Wie wild darf christliches Leben sein? Mit Jan Frerichs von «barfuß+wild».
Wie wild und anarchisch darf christliches Leben sein?
Ein Podcastgespräch mit Jan Frerichs von «barfuß+wild»: Influencer, Lebenslehrer, Theologe, selbst ernannter Stadteremit – und Podcaster mit der Gabe, zu den Herzen zu sprechen. Im Frühjahr kommt bei Herder das neue Buch des «Spiegel»-Bestsellerautors heraus. Es ist von Franz von Assisi inspiriert: «Anarchie des Herzens. 33 Anstiftungen zu einer Rebellion des einfachen Lebens. Ein zentrales Thema des Buches ist Kontrollabgabe:
«Leben geschieht nicht, wenn wir es beherrschen, sondern wenn wir es zulassen. Das ist die Anarchie des Herzens, die nicht für Chaos, sondern für Befreiung steht. Befreiung von Angst, Leistungsdruck, Perfektionismus, Selbstoptimierung.»
Jan Frerichs trat in seiner Jugend in den Franziskaner-Orden ein und lebt heute im weltlichen Zweig der Gemeinschaft. Mit seiner Lebensschule «barfuß+wild» bewegt er sich in Franziskus' Fussstapfen. Ausserdem hostet er den gleichnamigen Podacast, wo er praktische Lebenstipps gibt und «Seelenfutter» parat hält.
In seiner Lebensschule Lebensschule «barfuß+wild» kann man in Anlehnung an Richard Rohr und der in den USA, aber zunehmend auch bei uns florierenden Wild-Church-Bewegung ausprobieren, wie es sich anfühlt, mehrere Tage und Nächte im Wald zu verbringen: allein mit Bäumen und Vögeln.
Geerdete Spiritualität vermittelt die Lebensschule aber auch in Online-Meetings.
Franz von Assisi stellte vor 800 Jahren eine ziemlich hohe Messlatte auf: als Apostel der Armut und des freien und fröhlichen Lebens. Als Bedürfnislose lösten sich die Franziskaner und Klarissen (der weibliche Zweig der Bewegung) aus unfrei machenden Bindungen. Die Loslösung von weltlichen Werten machte sie in den Augen Mächtiger ihrer Zeit allerdings verdächtig. 2026 jährt sich Franziskus' Todesjahr zum 800. Mal.
Auszug aus Himmel-und-Erdung-Einsichten aus dem Gespräch mit Jan Frerichs (in Gänze zu finden am Schluss der Podcastaufnahme).
«Franz is kaner» (bayrisch) - Keiner ist Franz
Die Fussstapfen von Franz von Assisi sind zu gross, wenn man sie 1:1 nachlaufen will. Es geht aber auch nicht um kopieren, sondern um eigene, lebbare Formen von Bedürfnisfreiheit, Einfachheit und Mut zu finden.
Rausgehen als geistliche Methode
Die «Quest» ist kein Sammeln von Erfahrungen, sondern ein Entlernen von Besitzansprüchen – die Methode könne wir von Indigenen lernen, aber auch in der christlichen Tradition finden.
Entkrampfen: Räume hüten statt Resultate erzwingen
Was zählt ist, dass eine gerechte Welt denkbar bleibt. Daraus entsteht die Fähigkeit und Kraft, zugleich offen zu bleiben und klar «Stopp» zu sagen, wenn etwas zerstört wird.
Lesetipp: «Bruder Sonne, Schwester Krise», ein Essay von Johanna Di Blasi bei feinschwarz.
Sound im Podcast von Pixabay https://pixabay.com/de/music/meditation-spirituell-birds39-forest-20772/
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