Elisabeth von Samsonow: Technik ist ein Mädchen
Die Wiener Professorin für philosophische Anthropologie der Kunst und Ökofeministin berichtet unter anderem über ihr Forschungsprojekt «Land der Göttinnen».
Mit ihrem einflussreichen Buch «Anti-Elektra. Totemismus und Schizogamie» von 2006 zählt Elisabeth von Samsonow zu den Vordenkerinnen eines Blickwechsels auf die Erde als quasi-lebendiges Wesen, als Gaia. Die Philosophin und Künstlerin unternimmt den Versuch, die «präödipale» Welt des Mädchens, welche Sigmund Freud stets rätselhaft geblieben war, in der Fülle ihrer auch kosmischen Implikationen zu verstehen und die in Misskredit geratene Mutter-Tochter-Beziehung zu rehabilitieren.
Als Künstlerin erschafft Elisabeth von Samsonow Übergangsfiguren («Transplants») zwischen Mensch, Tier, Pflanze und Geistern, die Töne von sich geben und sich bewegen. Zu ihren Performances und «techno-medialen Operationen» gehören auch Prozessionen. Zu ihren Kunstwerken gehören «The Secrets of Mary Magdalene», «Die Logik der Glücksträne (Animation der Elektra)» oder «La Femme Habitable». Gemeinsam mit Kolleg:innen aus dem Kunst- und Kulturbereich gründete sie 2020 auf vier Hektar Land das «Land der Göttinnen»: ein eco-art-Projekt, das ökologischen und ökofeministischen Aktivismus mit künstlerischer Forschung verbindet.